Unsere Aktivitäten 2020:

Bericht Eva Baader

Im März 2020 hatten wir zwei Zupferklassen und unsere Jugendorchester „Mandorocker“ (9-10 Jahre) und „Zupferbande“ (11-13 Jahre) mit zusammen über 40 Kindern.

Durch Corona wurden wir - wie alle Vereine - in unserer Jugendarbeit sehr ausgebremst. Es waren keine Kontakte und damit keine Proben mehr möglich“. Was sollten wir tun?

Wir überlegten zwei Wochen und haben unseren Unterricht dann auf Online umgestellt. Alle, die bisher in der Jugendarbeit gearbeitet hatten, also Familie Schlager (Uli und Sandra) und Familie Baader (Elena, Sabine und ich) haben jedem Kind einmal wöchentlich eine halbe Stunde Online-Einzelunterricht angeboten. Der Unterricht erfolgte wahlweise über Jitsi oder Skype und wurde von den Kindern und ihren Eltern sehr gerne und begeistert angenommen. In dieser Zeit der Kontaktsperre waren Eltern und Kinder für jede Aktivität dankbar.


Lena und Eva beim

Online-Unterricht

über Jitsi

Da die Zeit immer noch sehr eintönig war, wollten wir unseren Kindern eine Abwechslung und ein kleines Highlight anbieten. Ich kam auf die Idee, ein kleines Video zu produzieren. In unserer Gegend gab es einen Aufruf im Internet, dass Musiker aller Instrumente sonntags um 18 Uhr gemeinsam und zeitgleich „Freude schöner Götterfunken“ von den Balkonen spielen sollten. So entstand unser erstes Projekt „Balkonkonzert“. Jedes Kind, das Lust hatte, sollte das Stück üben, auf dem Balkon mitspielen und mir das Video dazu schicken. Alle Beteiligten waren für die Abwechslung dankbar und es hat Spaß gemacht. Meine Tochter Sabine hat die einzelnen Filmchen dann zusammengeschnitten. Hier ist das Ergebnis:

Danach kam recht schnell die Idee, ein weiteres Video zu machen. Diesmal wollten wir aber alle zusammen musizieren. Wir haben mit den Kindern im Online-Unterricht das Orchesterstück „Tres Hojitas“ geübt. Ziel für die Kinder war es, mir bis zu den Sommerferien eine „perfekte“ Aufnahme zu schicken. Dazu habe ich jedem Kind eine Muster-MP3-Datei geschickt. Die Kinder konnten dadurch das Stück hören und auch allein korrekt üben. Bei der Aufnahme haben sie das Stück dann über Kopfhörer gehört und konnten es im richtigen gemeinsamen Tempo spielen. Die Eltern haben die Kinder währenddessen mit ihren Handys gefilmt und mir die Ergebnisse geschickt. Die meisten Kinder haben mitgemacht. Für einige Kinder war die Aufgabe aber noch zu schwer. 

Dann fing die eigentliche Arbeit erst an. Meine Tochter Sabine und ich stellten uns dieser Aufgabe. 30 Videos unter einen Hut zu bringen war nicht einfach. Ein Anruf bei unserem Dirigenten des Hauptorchesters und meinem Chef Boris Björn Bagger hat uns weitergebracht. Sein Tipp „Nimm das Programm Magix Video deluxe. Dann kann ich dir helfen, wenn du Probleme hast. Separiere erstmal alle Tonspuren von den Videospuren und mache den Ton.“ So haben wir es dann gemacht. Wir haben alle 1. Stimmen übereinander gelegt und daraus eine einzige Tonspur gemacht. Dann haben wir alle 2. Stimmen ebenfalls übereinandergelegt usw. Zum Schluss haben wir dann die Stimmen zusammengefügt. Mit dieser Gesamttonspur im Gepäck habe ich Boris besucht und er hat den Klang noch etwas nachbearbeitet. So, nun hatten wir einen schönen Ton. Als nächstes kamen die Videos. Alle Videos haben wir synchron über die Tonspur gesetzt, ein paar Videoeffekte probiert, wieder verworfen, bis wir letztendlich zufrieden waren. Das schreibt und liest sich schnell, war aber eine sehr langwierige Arbeit. Sabine und ich haben für die Erstellung des Videos insgesamt drei Tage gebraucht. Aber das Ergebnis hat sich gelohnt und allen Beteiligten viel Freude bereitet. Das fertige Video hat Boris dann für uns bei YouTube hochgeladen. Viel Spaß beim Anschauen:

Mit den Sommerferien 2020 endete wieder eine unserer beiden Grundschul-Zupferklassen an der Thiebauthschule Ettlingen. Acht Kinder wurden Mitglieder in unserem Verein (5 Mandolinenspieler und 3 Gitarren). Daraus entstand unser drittes Jugendorchester, die Saitenspringer.

Im neuen Schuljahr konnten wir zunächst mit einem entsprechenden Hygienekonzept mit allen vier Gruppen vor Ort relativ normal unterrichten und proben.

Im Oktober musste die verbliebene Zupferklassen-AG von Seiten der Grundschule leider verboten werden, da wir nicht mehr klassenübergreifend unterrichten dürfen. Wir haben den Eltern und ihren Kindern angeboten, Mitglied in unserem Verein zu werden, damit wir sie weiter unterrichten können. 

Sechs Kinder dieser AG sind nun Mitglied in unserem Verein geworden. Wir haben zwar keine AG mehr, aber dafür eine eigene kleine Vereins-Zupferklasse.

Seit November unterrichten wir wieder jedes Kind einzeln, aber nicht mehr online. Die Stadt Ettlingen hat zwei Räume zur Verfügung gestellt. Hier können wir mit entsprechendem Hygienekonzept jedes Kind einzeln unterrichten. Das ist zwar sehr aufwendig, hält die Kinder aber hoffentlich bei der Stange.  Im Moment üben wir fleißig Weihnachtslieder und hoffen, dass wir im neuen Jahr wieder mehr unternehmen können.

In den letzten Jahren verbrachten wir mit unseren Kindern und Jugendlichen ein gemeinsames Wochenende im Schwarzwald. Dort wird geübt, gespielt, Lagerfeuer gemacht, gefeiert und vieles mehr. Diese Wochenenden sind für die Kinder das Highlight des Jahres.  

Leider musste das Wochenende dieses Jahr wie alle anderen Events und Konzerte ausfallen. Bis Mitte Oktober hatten wir noch die Hoffnung, dass der Herbstlehrgang vom BDZ stattfindet. Alle Zupferbanden-Kinder hatten sich gemeinsam dafür angemeldet und ich wäre als Dozentin auch mit dabei gewesen. Dieser Lehrgang, der von Utz Grimminger mit so viel Engagement vorbereitet war, musste dann leider… auch ausfallen.

Ohne Auftritte können wir dieses Jahr wohl nur in Erinnerungen schwelgen… z.B. an unseren Auftritt im Rahmen des Konzertes unseres Hauptorchesters 2019 in der ausverkauften Schlossgartenhalle Ettlingen. Wir haben mit fast allen unseren Kindern drei Stücke vor 600 Zuschauern aufgeführt.